Termine/Treffen

Ideen
von
Netz-Vier

Kontakt

Barfuß-Universität

Interessante Artikel

Weltneuheit

4-Ökologien-Weisheit

Startseite


Vier-Räte-Werte-Demokratie


Thesen von Dieter Federlein




Bedeutsame Bücher


Impressum


Nur Gemeinwesen „zweiter Ordnung“ entsprechend der „zweiten Aufklärung“ werden überleben!

- Oder wie wir als Gemeinschaftswesen die „induktive Ohnmachtsfalle“ überwinden können. -


Herausvordernde Thesen von Dieter Federlein


Die These, „nur Stämme werden überleben“, ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber vielleicht ist diese alte Idee aktueller denn je, wenn wir die Idee des „Small Is Beautiful“ erweitern hin zu einer neuen Wertehierarchie, die Gemeinwesen- und Staatsformen „zweiter“ bzw. „höherer Ordnung“ hervorbringt, die womöglich erstmals in der neueren Geschichte der Menschheit friedliche und qualitätsvolle Beziehungen zwischen allen Menschen, Völkern, Staaten und Religionen, sowie die Bewahrung der Schöpfung möglich machen wird.

Zurzeit scheint es aber noch so, dass weltweit Megasysteme, „Megamaschinen“ (Mumford und Bahro) ökonomischer und politischer Art entstanden und in eine Art destruktive Übersteuerung geraten sind, die notgedrungen auf einen Megakollaps oder auf viele schleichende Kollapse (Artensterben, Kultursterben, Wertezerfall, schleichende Verwüstung unseres Planten Verteilungskriege usw.) hinauslaufen müssen, wenn keine systemischen, die herrschenden Systeme transformierenden Reformen im Sinne einer neuen heilsamen Wertehierarchie vorgenommen werden.

Aber worin besteht das Problem? Geht es nur um Größen im Sinne von: Alles, was groß ist, ist schlecht und alles, was sich auf überschaubare Stammesgrößen beschränkt, ist gut? Oder alles, was hierarchisch ist und „von oben“ kommt, ist schlecht, und alles, was direktdemokratisch, „von unten“, anarchisch oder selbstorganisiert ist, ist gut? Oder kommt es je systemisch auf die ethische Ordnung, die Seele und den Geist der Stämme, Gemeinwesen, Staaten und sonstiger Sozial-Systeme an und auch, ob die ethische Ordnung eine wertehierarchische ist, wie sie z.B. von Philosophen wie Rudolf Bahro, Ken Wilber, Don Beck, Johannes Heinrichs und weiteren Gelehrten sowie auch von politischen Aktivisten vertreten wird?

Ich gehe davon aus, dass die ethische Ordnungsfrage bzw. die Frage nach einer neuen Werteordnung und Wertehierarchie die zentralste Frage ist. (Übrigens, „Hierarchie“ meint übersetzt: „heilige Ordnung“.) Es geht darum, dass nicht Egos, Geld und Gier oder egoistische und ideologische Interessengruppen die Werte- und Gesellschaftsordnung bestimmen, auch nicht ein beliebiges Multikulti und auch nicht das gegenwärtige strukturkorrupte Einheitsparlamentssystem BRD (siehe „Revolution der Demokratie“), sondern es müssen die Menschenrechte, Naturrechte und das (planetarische) Gemeinwohl an der Spitze der Wertehierarchie stehen und auch, dass sie mit rechtsstaatlicher Macht durchgesetzt werden können. Und diese Frage stellt sich mit ungeheurer Gewalt, weil doch die herrschende Megamaschine uns bald alle vor eine Betonwand fährt.

Daraus ergeben sich weitere differenzierte Fragen:

o Wie müssen wir das Ganze angehen, damit dieses Ganze von den „Teufelskreisen“ befreit und möglichst bald in „Engelskreise“ / „Tugendkreisläfe“, d.h. in ganzheitliche Win-Win-Win-Prozesse umgewandelt werden können? Welche Ethik, welche Macht, welche Strategie und welche Menschen bräuchten wir dafür?

o Genügt es, einen induktiven Weg zu versuchen, d.h. nur sich selbst zu verändern, bei sich selbst anzufangen, nur „von unten“ aktiv zu werden und darauf zu hoffen, dass vor allem die korrupt Herrschenden, die Oligarchien und die Plutokratien einen Sinneswandel vollziehen, z.B. dadurch dass von unten appelliert, demonstriert und in Nischen Widerstand geleistet wird? Genügt es, induktive Alternativprojekte (z.B. Ökodörfer, Transitions-Towns, Occupy- Bewegungen) zu gründen, ohne den Anspruch eines kategorischen Imperativs für Staatshandeln zu erheben, um auch „von oben“ her Regierungsmacht und Regierungshandeln zum Wohle des ganzen Volkes ausüben zu können? Genügt es also, mit induktiven Initiativen darauf zu hoffen, dass dann ohne jeden Machtanspruch irgendwann und irgendwie das Ganze sich zum Guten hin wandeln wird? Ich meine, dieser Ansatz ist eine „induktive Ohnmachtsfalle.

o Oder müssen wir (auch das Eine tun und das Andere nicht lassen) einen deduktiven Weg erkunden und einschlagen, der das Ganze „von oben“ her transformieren kann? Müssen wir uns ermächtigen, archetypisch „guter König“ bzw. „gute Königin“ zu sein bzw. zu einem „kollektiven Fürsten der ökologischen Wende“ werden, wie es Rudolf Bahro mal angedacht hatte? Müssen wir uns also deduktiv an die Spitze des kategorischen Imperativs stellen und uns in eine Oberverantwortung für das Ganze hineinbewegen? Geht es beim deduktiven Weg darum, dass wir uns selbst ermächtigen, ausreichende und ethisch korrekte staatsrechtliche Herrschafts- und Ordnungsmacht zu übernehmen, um dem kategorischen Imperativ Geltung zu verschaffen, z.B. auch, um den destruktiven Mächten der Megamaschine rechtsstaatliche Grenzen setzen zu können, was die heute herrschenden Klassen einschließlich der Oppositionen z.B. im BRD-System nicht können und wegen ihrer unbewussten strukturellen Verratsstruktur auch nicht wollen? Eine neue Partei zu gründen macht auch keinen Sinn, weil diese dann aufgrund der herrschenden korrupten Spielregeln ein Teil des Problems wird.

o           Oder ist ein integraler Weg nötig und möglich, der den induktiven Modus als auch den deduktiven Modus in sich vereinigt?

o           Oder bleibt uns gar nichts anderes, als vorerst nur im Kleinen uns darauf vorzubereiten, dass die Selbstzerstörung diese „Megamaschine“ nicht aufzuhalten ist, um dann später, während die ökologischen und sozialen Verwüstungen weiter gehen, etwas Neues zu versuchen?

o           Oder können wir gleich damit anfangen, mit einer neuen Ethik und einer neuen Wertehierarchie neue „Stämme“, neue Ökodörfer, neue Gemeinwesen, neue Staaten zu gründen, die die Fehler vermeiden, die zu dieser sich selbst zerstörenden Megamaschine geführt haben? Und müsste das Neue nicht mindestens auch die Qualitäten des deduktiven Weges beinhalten?

Heute gibt es ja schon viele Initiativen, die einer neuen Stammesidee bzw. Gemeinschafts- und Gemeinwesenidee zu folgen scheinen. Ich meine die „Gemeinschaftsbewegung“ wie sie sich im „Global Ecovillage Network“ (GEN) zu organisieren versucht. Hier sammeln sich Kommunitäten, Gemeinschaftsprojekte, ‚Kommunen’, Ökodörfer usw., die von unten und dezentral neue Kulturen aufzubauen versuchen, die möglichst einem universellen Gleichheits-, Liebes- und Nachhaltigkeitsgebot gehorchen. Bleibt uns nichts anderes, als auf solche Gemeinwesen- und Überlebensordnungen zurückzugreifen?

Aber reicht das aus? Ist diese Bewegung nicht eine, die sich auf einen induktiven horizontalen Weg beschränkt? Müssten wir uns nicht vielmehr zu Ordnungsformen und Staatsformen zweiter Ordnung bzw. integraler Ordnung vorarbeiten?

In gewisser Weise wollen ja die Gemeinschaften, Ökodörfer und alle selbstverwalteten Kommunitäten Modelle sein. Aber wenn sie generelle Heilungsmodelle für alle kranken Gesellschaftsordnungen sein wollen, fehlt meines Erachtens noch der ethisch korrekte „hierarchische (heilsame) Wille zur Macht“, nämlich nicht nur sich selbst zu verändern, sondern das Ganze mit Rechts-Staats-Macht von den Teufelskreisen zu befreien und Engelskreise auch von höchster Staatsebene her zu verwirklichen. Oder ist jede Art von Macht- und Herrschaftsstreben über das, was unheilvoll ist, verwerflich? Gibt es in den induktiv-horizontalen Alternativbewegungen ein Verbot, deduktiv zu denken und zu handeln?

Einerseits verlangt die Philosophie der Selbstbestimmung, die des Subsidiaritätsprinzips und die des „Small Is Beautiful“ die Ablösung der zentralistischen und destruktiven „Megamaschine“ und all der Prinzipien, die zu einer „Mega-Entfremdung“ des Menschen und der Plünderung des Planten führten, aber andererseits verlangt das Verantwortungsprinzip gegenüber der ganzen Menschheit, gegenüber der Schöpfung und der Zukunft unserer Nachfahren auch bestimmte Kooperations-, Einwirkungs- und solche Selbstbestimmungs- und Regierungsformen, die einer „heiligen Ordnung“ entsprechen, die das Unerwünschte, die Mächte der Entfremdung möglichst bald transformieren können.

Erreicht werden könnte das durch eine neue ethische Praxis, die der Idee der „zweiten Ordnung“, d.h. einer neuen Wertehierarchie für alle Gemeinwesen entspricht. Und das würde voraussetzen:

1.    Den Vollzug eines „Bewusstseinssprunges zweiter Ordnung“, der die Meisterschaftsnatur in uns erweckt. Und dies enthält die Forderung, in uns eine egobefreite Liebes- und Verantwortungshaltung zu erwecken, die aus dem Geist der Bergpredigt und aus einem schonungslosen Liebesgebot gegenüber der ganzen Welt erwächst. (Siehe dazu: www.netz-vier.de/ZweiteAufklaerung.html )

2.    In zweiter Hinsicht geht es um Konstituierungen solcher Gemeinschafts- und Gesellschafts-Regeln, die den deduktiven Weg mit einschließen, die dem kategorischen Imperativ folgen und als vorbildliche Modelle für alle Gemeinschafts-, Stammes- und Gemeinwesen als auch für humanistische Staatsformen dienen können. Siehe ausführlicher meine Beschreibung eines solchen Modells hier: http://www.netz-vier.de/Vierfach-R-Evolution.html

Meine (kühne) Erwartung ist, dass alle Völker sich von dieser neuen hierarchischen Ordnungsform, von der http://netz-vier.de/Vier-Oekologien-Weisheit.html und den darin Regie führenden „Engelskreisen“ anstecken lassen und sie sich ebenfalls zu Gemeinwesen höherer Ordnung entwickeln wollen, die ihnen einerseits auch die Beibehaltung eigener kultureller Werte ermöglicht und bei ihnen auch den Willen zu Friedens- und Freundschaftsangeboten gegenüber allen anderen Gemeinwesen und Staaten erzeugt, so dass letztlich für alle Menschen auf dieser Erde dann ein Optimum an Freiheit, Gleichheit, Liebe, Schönheit, Friedlichkeit und nachhaltiger Subsistenz- und Suffizienzökonomie möglich ist, ohne dass dafür ein zentralistische oder gar diktatorische Weltregierung nötig wäre.

Für mich selbst kann ich sagen, dass ich forschend versuche, der spirituellen Schöpfungsidee bzw. dem Logos / der Evolution ihren höheren und tieferen Sinn abzulauschen und komme zu der vorläufig besten Erkenntnis, dass im Logos tatsächlich (zumindest latent) eine Hierarchie der Werte angelegt ist, wie sie z.B. analog auch von Abraham Maslow in der Bedürfnis- und Verwirklichungspyramide beschrieben wird.

Wenn ich nun aufs Ganze schaue, sehe ich die dringende Notwendigkeit, diese Hierarchie der Werte, auch als eine ethisch korrekte Staatsverfassung zu konstituieren. Dies war auch die entscheidende Idee, um die Rudolf Bahro in seinem Buch „Logik der Rettung“ gerungen hat und dort ein bzw. kollektive „Fürsten der ökologischen Wende“ eine wichtige Rolle spielen. (Rudolf Bahro, Logik der Rettung - Wer kann die Apokalypse aufhalten" Ein Versuch über die Grundlagen ökologischer Politik, Stuttgart 1987.)

Aber wie soll eine „Logik der Rettung“ funktionieren, ohne in die Gefahr einer Rettungsdiktatur zu geraten? Nun, Bahro war klar, dass alle, die eine solche charismatische Rettungsrolle zu übernehmen gewillt sind, eine gründliche spirituelle Katharsis und „Schulung“ durchlebt haben müssen, damit sie ego- und korruptionsfrei sind und ihnen der Dienst an der Menschheit die schönste Erfüllung ist. Und den „Fürsten der ökologischen Wende“ hat er nicht als Ein-Mann-Herrschaft gemeint, sondern als einen „Rat vieler Weisen“.

Bahro (der Kommunist!) griff auf christliche Mythologie zurück und sprach sogar davon, dass dafür eine neue „universelle Kirche“ nötig sei, weil wir uns nur als Liebesgemeinschaft von der gegenwärtigen Sinnverlorenheit und den teuflisch-kapitalistischen Mechanismen, vom „Kapitalismus“ als einem quasireligiösen Ersatz-Glaubenssystem retten müssten und dies auch könnten.

Damit meinte Bahro: Wenn die Menschen sich ihres/r „inneren Meisters“ / “inneren Meisterin“ bedienen, hätten wir Chancen, die Apokalypse zu vermeiden.

Warum aber hat Bahro den Begriff „Kirche“ benutzt? Nun, er hat die urchristliche Idee einer allumfassenden Liebesgemeinschaft für die ganze Welt („lehret alle Völker die Liebe“) ernst nehmen wollen. D.h. er wollte, dass wir alle diese Idee ernst nehmen, und er war auch insofern „spirituell“, dass er an einen „heiligen Geist“ glaubte, der unter uns Menschen weilen könnte, um uns zu befähigen, Gemeinwesen und Staaten zweiter Ordnung zu gründen und zwar dem Liebes- und Subsidiaritätsprinzip entsprechend flächendeckend über die ganze Erde vernetzt. Und er wollte auch den heute herrschenden staatsähnlichen Religionsinstituten den Begriff „Kirche“ streitig machen, weil sie die Liebesideen der jeweiligen Urgründer-Innen verraten haben. Sie (z.B. die christlichen Kirchen) sind selbst spirituell korrupt geworden, im Inneren und auch, weil sie verflochten sind mit der strukturell korrupten politischen und ökonomischen Megamaschine.

Der Vorschlag, hierarchische („heilige“) Ordnungsformen anzudenken, löst aber bei vielen „liberalen“ Menschen und insbesondere bei „green-meme“- und anarchofixierten Menschen Ängste aus, weil sie nicht verstehen, dass es eigentlich darum geht, dass jedes wache Subjekt sich seiner heiligen / heilenden Ordnungsrolle bewusst werde.

Für die heutige Zeit müssten wir also als Gemeinschaften, Ökodörfer und neue Kommunitäten, wenn wir unserer Verantwortung und unseren Ideen gerecht werden wollen, erstens um die innerer Meisterschaft ringen, zweitens uns selbst „Gemeinschaftsregeln zweiter Ordnung“ verpassen und drittens diese als ein avantgardistisches neuartiges dynamisches und fehlerfreundliches „Verfassungssystem“ auf die Gesamtgesellschaft übertragen, damit auch die globalen destruktiven Mächte überwunden werden können.

Sehr gute Ideen für solche „Gemeinschaftsregeln zweiter Ordnung“ und für ein solches Verfassungssystem „zweiter Ordnung“ hatte ich ja schon in der „Revolution der Demokratie“ von Johannes Heinrichs gefunden.[1] Leider sind das bisher weitgehend nur Ideen geblieben.

Ich bin also der Meinung, dass nichts dringender ist, als Gemeinwesen zweiter Ordnung herzustellen, die über das hinausgehen, was bisher schon an „Alternativbewegungen“ (induktiver Modi) vorhanden ist. Dafür werden wir nicht daran vorbei kommen, auch noch mal kathartisch in ganzheitliche Geistarbeit / Geistyoga einzusteigen.

Dazu möchte ich herzlich zur Mitarbeit an der „Barfuß-Universität“ einladen (siehe die Termine unten).

Sancho“ Dieter Federlein,

Sieben Linden 1, 38489 Poppau,

Tel. 039000-907939,

dieter.federlein@ netz-vier.de

www.netz-vier.de

www.netz-vier.de/termine.htm



[1] Siehe dazu die Schritte, wie ich sie für möglich halte: www.netz-vier.de/Vierfach-R-Evolution.pdf