Kammern & Modelle: Wie Volksvertretungen aufgebaut sind und wie man sie umbauen könnte
Das Heft Kammern & Modelle behandelt den Aufbau von Parlamenten und Vorschläge, ihn zu ändern: die Viergliederung nach Johannes Heinrichs, Rudolf Steiners Dreigliederung, historische Fachkammern wie den Bayerischen Senat BV 1946, Art. 34–421, die Messung von Demokratiequalität und die Hürden einer Grundgesetzänderung Art. 79 GG2.
Wer in einer Demokratie Gesetze beschließt, ist die Leitfrage der Beiträge über Kammern und Modelle. Deutschland kennt mit Bundestag und Bundesrat zwei Gesetzgebungsorgane, die nach Ebenen des Bundesstaats getrennt sind. Reformmodelle schlagen stattdessen eine Trennung nach Sachbereichen vor. Wir stellen die Modelle vor, vergleichen sie mit historischen Erfahrungen und prüfen, was das Grundgesetz für einen Umbau verlangen würde.
Wo beginnt man?
Für den Einstieg empfehlen wir den Beitrag zur Viergliederung, dann den Blick auf reale Kammern jenseits der Parteien und schließlich die verfassungsrechtlichen Hürden einer Reform.
Beiträge in diesem Heft
Qualität der Demokratie: Wie V-Dem, Freedom House und EIU sie messen
V-Dem, Freedom House und der EIU Democracy Index messen Demokratiequalität unterschiedlich. Was die Indizes erfassen und wo ihre Grenzen liegen.
Kammern jenseits der Parteien: Was Bayerischer Senat, Seanad und Reichswirtschaftsrat zeigen
Bayerischer Senat, irischer Seanad, Weimarer Reichswirtschaftsrat: Wie Kammern für Berufe und Verbände funktionierten und warum sie scheiterten.
Literatur zur Viergliederung: Welche Bücher das Modell darstellen und wie man sie liest
Welche Bücher von Johannes Heinrichs die Viergliederung und Wertstufendemokratie darstellen, in welcher Reihenfolge man sie liest und wo sie nachgewiesen sind.
Mehr Kammern im Grundgesetz? Was ein Verfassungsentwurf für ein Mehrkammerparlament überwinden müsste
Wie ließe sich ein Mehrkammerparlament wie die Wertedemokratie ins Grundgesetz schreiben? Mehrheiten, Ewigkeitsklausel und Rolle des Bundesrats.
Soziale Dreigliederung: Was Rudolf Steiners Gesellschaftsmodell von 1919 vorsah
Was Rudolf Steiners soziale Dreigliederung mit Geistes-, Rechts- und Wirtschaftsleben wollte, wie sie 1919 scheiterte und was Kritiker einwenden.
Vier Sphären der Gesellschaft: Wie Parsons, Luhmann und Heinrichs die Gesellschaft gliedern
Warum Gesellschaftstheorien Wirtschaft, Politik, Kultur und Werte trennen: Parsons' AGIL-Schema, Luhmanns Funktionssysteme und Heinrichs im Vergleich.
Viergliederung: Johannes Heinrichs' Modell der vier Parlamente, von außen betrachtet
Was die Viergliederung der Demokratie vorschlägt, wie die vier Parlamente zusammenwirken sollen und welche Einwände gegen das Modell bestehen.
Anmerkungen und Belege
- BV 1946, Art. 34–42 — verfassungen.de: Verfassung des Freistaates Bayern vom 2. Dezember 1946, Art. 34–42 (Senat, aufgehoben 2000). verfassungen.de/by/verf46.htm, eingesehen am 02.10.2026.
- Art. 79 GG — Bundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art. 79. gesetze-im-internet.de/gg/art_79.html, eingesehen am 02.10.2026.